Wenn EINER geht
Wenn der Partner geht
Immer wieder enden Partnerschaften so, dass jemand von den BEIDEN, jemanden anderen kennenlernt, sich verliebt und dann aber auch den bisherigen Partner sofort verlässt.
Trennungsschmerz ist, so wie ich es auch kenne, der größte Seelenschmerz den es gibt. Doch es kann auch der Anfang, eine neue Chance sein. Ich bin kürzlich auf das Buch " Liebe dich selbst und es ist egal wenn du heiratest" gestoßen. (Persönliche Bemerkung: Ganz so schwarz/weiß kann ich es sehen. Ich denke, dass ich schon meine inneren Werte und Bilder von Menschen habe, die mich anziehen oder abstoßen. Aber der Kern ist meines Erachtens schon richtig).
Übrigens, das Buch ist von EVA-MARIA ZURHORST und im Goldmannverlag herausbekommen. Jeder Buchhandel kennt dieses Buch. Es war und ist ein RENNER.
Hier mal zu dem Thema „Wenn der Partner geht“. Es soll eine LEseprobe sein und anregen das Buch zu kaufen:
Der Betrogene ist zuerst gegangen!
Wenn der eine geht, ist der andere meist schon längst gegangen. Das ist eine Tatsache, die wir oft nicht wahrhaben wollen. Lieber lassen wir uns zu einer klaren Verurteilung hinreißen:
Der, der betrügt, ist böse und der, der betrogen wird, ist gut. Der Betrogene ist meiner Erfahrung nach aber jemand, der sich selbst häufig verrät. Jemand, der nicht wirklich für sich und seinen Glauben einsteht. Jemand, der in sehr hohen und sehr theoretischen Ansprüchen an Partnerschaft und Beziehung verharrt. Jemand, der, sich nicht wirklich einlässt auf den real existierenden, fehlerhaften und unzulänglichen Partner. Der Betrogene fühlt sich meist schon lange auf die eine oder andere Art unfreiwillig abhängig von seinem Partner, traut sich aber nicht, dieser Abhängigkeit entgegenzutreten, sich verletzlich zu machen und wieder mutig der eigenen Wahrheit zu folgen und der eigenen Kraft zu vertrauen.
Und der, der betrügt? Häufig schildern die, die fremdgehen, ihre innere Situation so: Endlich habe ich mich einmal bestätigt gefühlt. Endlich konnte ich mich einmal fallen lassen. Hier musste ich nicht mehr vor irgendeinem Anspruchsbestehen.
Ein in eine Dreiecksbeziehung verwickelter Mann zeigte sich in unseren Gesprächen von sich selbst überrascht: „Am Anfang dachte ich, ich bräuchte nur mal wieder guten Sex. Aber dann habe ich gemerkt, dass in Wahrheit ein Herz auf der Suche war. Zwischen meiner Frau und mir ist es nie richtig warm geworden. Am Anfang war es vielleicht mal heiß — aber nie war es wirklich warm zwischen uns.
Im Bett eines anderen landen wir meist dann, wenn unsere Gefühle im Innenraum unserer Ehe zu lange angestaut waren. Wenn wir etwas Wichtiges von uns dort nicht gezeigt und gelebt haben, sucht sich unsere Lebenskraft einen Ausweg. Wie durch ein Leck fließt sie aus unserer Beziehung irgendwann heraus und führt uns direkt dorthin, wo sie wieder eine lebendige Verbindung eingehen kann — wir schlingern hinein in eine Affäre. Die Dreiecksbeziehung entsteht List immer, wenn wir uns im Inneren vor unserem Partner und seinem ausgesprochenen oder unausgesprochenen Druck, unseren eigenen Hemmungen, unserem Gefühl der Unzulänglichkeit und inneren Leere verdrücken; wenn wir nicht wirklich verbindlich und nicht bereit zur Heilungsarbeit sind. Mit einer Dreiecksbeziehung geben wir unserer inneren Angst vor echter Nähe einen äußeren Ausdruck. Der Dritte im Bunde taucht selten zufällig in unserem Leben auf, sondern meist erst dann, wenn wir mit unserem eigentlichen Partner längst in Sprachlosigkeit erstarrt oder in dauernden Machtkämpfen verstrickt sind.
Wenn wir uns dann da draußen endlich wild, lebendig, inspiriert und leidenschaftlich erleben, sind wir gleichzeitig resigniert und enttäuscht „Das fehlt unserem Partner ... Das haben wir schon so lange vermisst.« Der letzte Satz stimmt. Aber der Erste nicht! Das alles fehlt nicht unserem Partner, sondern unserer Partnerschaft — all die Lebendigkeit, Wildheit, Leidenschaft und Inspiration. Wir haben es vermisst. Ja! Und zwar deshalb, weil wir uns all diese Gefühle schon so lange nicht mehr erlaubt haben. Wir sind auf Nummer sicher gegangen, haben uns angepasst, haben runtergeschluckt, uns selbst betäubt, verdrängt, aufgegeben, den Mut verloren und der Routine und unserer Gewohnheit die Führung unserer Beziehung überlassen. Jetzt kommt ein Fremder daher, von dem wir glauben, er habe uns all diese wunderbaren Zustände verschafft, er sei für alles verantwortlich. In Wahrheit lassen wir uns nur wieder ein, sind wir wieder spontan, wagen wir wieder ein Risiko. Und deshalb erleben wir mit dem Fremden etwas, das wir uns in unserer Ehe nicht getraut haben zu geben.Wenn der Dritte im Bunde erscheint, ist es höchste Zeit — nicht für die Entscheidung für den einen oder den anderen, sondern für die Wahrheit. Gehen Sie zu Ihrem Partner, setzen Sie sich vor ihn hin und offenbaren Sie sich. Stellen Sie sich ein Textformular vor, in dem es Leerklammern gibt. Immer da, wo sie an (den Geliebten) denken, seien Sie dankbar für all das, was Sie im Zusammensein mit ihm von sich selbst wieder entdecken konnten. Studieren Sie all diese aufgetauchten oder wiedergekehrten Gefühle so genau Sie können. Aber dann setzen Sie überall dort, wo Sie (mein Geliebter) denken, (meine Sehnsucht) oder (meine ungelebten Seiten) ein. Erzählen Sie Ihrem Partner offenherzig und schonungslos von Ihren Sehnsüchten und ungelebten Wünschen fühlen und erleben möchten. Das erfordert meist die Courage wie beim Sprung von einer hohen Klippe — aber wenn Sie ganz bei Ihrer Sehnsucht, bei der Offenbarung all Ihrer Träume und Fantasien bleiben, werden Sie sich wundern, wie viel Nähe, Lebendigkeit und offener Raum nach dem Sprung in die Angst und den Schmerz plötzlich entstehen.